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Mega-Emotion Angst

Susanne Fleck • 28. Juni 2024

Unangenehm bis kaum zu ertragen

Die Emotion Angst ist unangenehm bis kaum zu ertragen. Angst macht Angst, Aufmerksamkeit und Körper sind in Alarmbereitschaft. Angst fordert eine Reaktion, (z.B. Flucht oder Angriff), um wieder Kontrolle über eine Situation zu erlangen. Den bei Angst sind zwei wesentliche grundlegende Bedürfnisse verletzt. Das Bedürfnis nach Kontrolle und das Bedürfnis nach Sicherheit.


Typische Strategie: Vermeidung

Kein Wunder das man dieses unangenehme Gefühl weitestgehend vermeiden möchte. Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen fördert das Verhalten diesen aus dem Weg zu gehen, indem man sie meidet. So kann man sich vor einer vermeintlichen Gefahren schützen, so der Gedanke. Denn bei Angst gehen verschiedene Gedanken durch den Kopf. Häufig kommt es dabei zu Denkfehlern, wodurch die Situation überschätzt wird. Die Folge: Die Situation wird als gefährlich eingestuft und gemieden. Mit jeder Vermeidung wächst die Angst ein wenig mehr. Da Angst vor allem körperlich empfunden wird, verstärken diese Körperwahrnehmungen die Angst .


Angst ist individuell und meist erlernt

Situationen und Reize, die bei dir Angst auslösen, können bei einer anderen Person völlig ohne Wirkung bleiben und umgekehrt. Die Ursachen und Auslöser von Angst sind vielschichtig. Das Unterbewusstsein spielt eine große Rolle, ob wir in bestimmten Situationen Angst empfinden oder nicht. Das liegt an den persönlichen Einschätzungen der Situation und damit an den mehr oder weniger unbewusst ablaufenden Automatismen, die diese Einschätzungen erzeugen. Die Bewusstmachung der individuellen Auslöser von Angst ermöglicht uns eine differenzierte Betrachtung und realistischere Einschätzung unserer Angst. Dieser bewusste Umgang mit der Angst ermöglicht es, diese besser zu verstehen und zu überprüfen, ob sie angemessen oder irrational ist. Tatsache ist, dass die meisten Ängste erlernt sind. Diese Ängste machen den größten Teil unserer Alltagsängste aus. In diesem Bereich befinden sich auch die Angststörungen. Diese Ängste können krankhafte Züge annehmen, lange anhalten und häufig wiederkehren, ohne dass tatsächlich eine Gefahr vorliegt. Ein neuer Umgang mit der Angst ist der Weg. Die Lösung ist, sich seiner Angst zu stellen.


Angst ist reine Nervensache

Ein ungesunder Lebensstil, falsche Ernährung, Stress, Alkohol und psychische Probleme können dazu führen, dass unser Körper überreizt ist. Die Psyche beeinflusst das vegetative Nervensystem sehr stark. Wer sich viele Sorgen macht, macht sich selbst Stress. Das kann zu Angst, Herzrasen, Schlaflosigkeit, innerer Unruhe, Magen-Darm-Beschwerden führen. Deshalb ist es wichtig, das vegetative Nervensystem zu beruhigen, damit die Psyche im Gleichgewicht bleibt.


Angst eine Brücke zur Weiterentwicklung

Angst hat zwei Seiten. Sie kann den Menschen lähmen oder aktiv machen. Angst warnt uns vor einer Gefahr gleichzeitig gibt sie einen Impuls, die Angst zu überwinden. Wenn wir Angst überwinden, entwickelt wir uns weiter. Wenn wir wegen der Angst immer nur vermeiden, stagnieren wir. Angst kommt, wenn wir etwas noch nicht können. Jede Entwicklung macht uns zunächst Angst. Wir haben Angst vor Neuem. Aber alles Neue ist aber auch aufregend und macht Spaß. Im Leben gibt es immer wieder neue Situationen. Die Angst ist dabei immer an unserer Seite. Besonders stark ist sie, wenn Menschen sich verändern wollen. Egal in welchem Alter, es gibt immer wichtige Schritte, die die Überwindung der Angst mit sich bringen. Wenn Veränderung erfolgreich gelingen sollen, ist es notwendig, die Angst zu überwinden.


Panik auf der Titanic und die Atmung

Bei Panik werden wir von der Emotion Angst überflutet. Es ist ein absoluter Kontrollverlust und es besteht kaum Zugang zu unsrem Verstand. Im wahrsten Sinne sind wir dann kopflos. Denn bei Situationen mit einem hohen Stresslevel, wird die Atmung flache und schnelle. Diese Art der Atmung führt dazu, dass der Körper in einen Zustand der ständigen Alarmbereitschaft versetzt wird, was wiederum die Angstsymptomatik verstärkt. Charakteristisch für eine Panikattacke ist ihr plötzliches Auftreten und ihre relativ kurze Dauer. Gut zu wissen den in der Regel klingt eine Panikattacke nach etwa 10 bis 30 Minuten wieder ab. Der Schlüssel ist, bewusst zu atmen, zu entspannen und Geduld zu haben.


Das limbische System reguliert die Angst

Körperliche und emotionale Reaktionen hängen vom limbischen System ab. Emotionen sind im Prinzip ein Dialog zwischen Körper und Gehirn. Die Amygdala ist insbesondere für die Auslösung von Angstreaktionen verantwortlich. Auch beim Erlernen von Angst spielt die Amygdala eine wichtige Rolle. Wenn wir eine mögliche Gefahr entdecken, wird der Sinnesreiz zunächst zum Thalamus gesendet. Der Thalamus ist eine Art Schaltzentrale im Gehirn. Von dort aus werden die Signale weitergeleitet. Der erste und schnelle Weg führt direkt zur Amygdala, der weitere Schaltzentrale im Gehirn. Der zweite Weg ist viel langsamer und führt zum Großhirn.
Wenn ein Reiz die Amygdala erreicht und als Gefahr eingestuft wird, reagiert die Gehirnregion schnell und informiert weitere Hirnareale. Hormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschickt, die das vegetative Nervensystem aktivieren. Der Sympathikus wird aktiviert und der Parasympathikus abgeschaltet. „Sobald man sich in Gefahr befindet, reagiert man schon. Die Evolution denkt für dich.“ (Joseph LeDoux). Erst wenn der Verstand (präfrontale Cortex) der Amygdala wieder mitteilt, dass keine Gefahr besteht oder die Gefahr gebannt ist, wird die Situation im Kopf entschärft.


Paradox: Angst macht Spaß?

Wie eben schon erwähnt schüttet der Körper in Alarmbereitschaft ist, Adrenalin und Cortisol aus. Das kann zu einem gewissen Hochgefühl führen. Das ist auch sinnvoll, denn in Gefahrensituationen muss man für eine mögliche Kampf- oder Fluchtsituation aktiv sein können. Dieses Phänomen merkt man zum Beispiel, wenn man Achterbahn fährt. Das ist auch ein Nervenkitzel. Aber nur, wenn es gleichzeitig genügend Hinweise gibt, dass keine wirkliche Gefahr besteht. Der Nervenkitzel entsteht, wenn Gehirn und Körper gleichzeitig reagieren und man doch die Kontrolle hat. Dann bleibt das Hochgefühl.


Mein Therapeutischer Ansatz

Ich unterstütze dich, Mut, Vertrauen, Hoffnung, Liebe und andere gute Gefühle gegen deine Angst zu entwickeln. Du kannst lernen, mit deiner Angst umzugehen. Du kannst sie überwinden und dich dadurch weiterentwickeln. Mit Hilfe von Yogaübungen und Meditation wird das vegetative Nervensystem beruhigt, damit deine Psyche ins Gleichgewicht kommt und bleibt. Lerne geeignete Atemtechniken kennen, um deine Ängste oder andere Emotionen besser kontrollieren zu können. So wirst du nicht von ihnen überwältigt und kannst sie für dich nutzen!

von Susanne Fleck 29. Juni 2024
Yoga korrigiert die Selbstregulierung des Denkprozesses dadurch werden angstbezogene Gedanken reduziert. Yoga fördert die Körperwahrnehmung/Achtsamkeit. Dadurch können körperliche, kognitive und emotionale Angstsymptome schneller erkannt und unterschieden werden. Yoga verbessert die Stress- und Emotionsregulation, sowie die körperliche Fähigkeit, gelassener auf Stress und Emotionen zu reagieren. Yoga hilft, harmonische Zustände zu erfahren, die positiv auf die allgemeine Lebensperspektive und den Lebenssinn wirken. Auszug aus dem Vortrag beim Europäischen Yogafestival 2023 von Sat Bir Singh Khalsa, Ph.D. Er ist u.a. Forschungsdirektor des Kundalini Research Institute und forscht seit 2001 über Yoga.
von Susanne Fleck 11. März 2024
Depression ist eine Erkrankung des Gemüts. Das Lymbische System das emotionale Entscheidungszentrum ist mehr oder weniger handlungsunfähig. Es ist Unfähigkeit, den Stimmungsszustand zu regulieren und wieder zu verlassen. Vielgestaltig Depressivität wird sehr unterschiedlich erlebt. Es reicht von schwer depressiv mit wahnhaft verzerr­tem Selbstempfinden bis hin zu dauerhafter Unzufriedenheit. Wie Depression empfunden wird, ist individuell verschieden z.B. Leistungsabfall, diffuse körperliche Beschwerden, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Freude- und Interessenverlust, Lustlosigkeit, Entscheidungsunfähigkeit, Gleichgültigkeit, Unruhe, Ängste. Die Ursachen für Depressionen sind komplex und können genetische, biologische und umweltbedingte Faktoren sein. Auslöser für Depressionen können große Enttäuschungen sein, Schicksalsschläge, Überforderung, Stress, Verlust von wichtigen Menschen, Verlust von Heimat, von Arbeit oder erblich bedingt sein. Die Definition von Depression ist so weit gefasst, dass es keine spezifische Therapie gibt. Was passiert im Gehirn? Neurobiologisch liegt bei Depression ein niedriger Spiegel von Neurotransmittern wie Serotonin oder Noradrenalin im Gehirn vor. Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand wird davon ausgegangen, dass dieser Mangel an freien Neurotransmittern eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer Depression spielt und Antidepressiva in genau diesen Kreislauf eingreift. Diese Medikamente lösen aber nicht die Probleme, die hinter einer Depression stecken. Die Behandlung mit Antidepressiva ermöglicht es meist, wieder konstruktiver zu denken um die Probleme anzugehen und machen oft (je nach schwere Grad) erst eine erfolgreiche Psychotherapie möglich. Risiko Stress Das Stresshormon Cortisol aktiviert Stoffwechselvorgänge, um dem Körper Energie zur Verfügung zu stellen. Inzwischen geht man davon aus, dass Cortisol einen Einfluss auf die Entstehung von Depressionen hat. Denn dauerhafter Stress ist nicht gut für die psychische Gesundheit. In Studien konnten Forscherinnen und Forscher feststellen, dass eine erhöhte Ausschüttung von Cortisol Depressionen begünstigen kann. Bei depressiven Menschen war der Cortisolspiegel nämlich überdurchschnittlich hoch. Mein Therapieansatz Zunächst ist es wichtig, dass du dir den Kummer, Sorgen und Angst, die Depression auslöst, von der Seele reden kann. Denn oft fehlen die entsprechenden Personen die unvoreingenommen zuhören können, Ratschläge helfen bei Depression nicht weiter. Ich unterstütze dich in einfühlsamen Gesprächen, den eigenen Ist-Zustand erst einmal zu akzeptieren, denn dagegen anzukämpfen ist anstrengend. Du lernst Meditation oder Mantras, die helfen, das Gedankenkreisen zu stoppen. Aus yogischer Sicht ist Depression ein Mangel an Prana (Prana, Lebensenergie über den Atem). Einfache Atemtechniken helfen, das Prana wieder zu erhöhen. Umgang mit dem Stressresilienz Tiefer Kern der Depression ist die Ablehnung des eigenen Selbst. "Ich darf nicht sein, wer ich bin". Hier kann die Arbeit mit vernachlässigten inneren Anteilen (z.B. inneres Kind) helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken. Auch das Aufspüren von dysfunktionalen Glaubenssätzen und das Entwickeln und Integrieren von stärkenden Glaubenssätzen ist hilfreich. Dem eigene Selbst Auftrieb zu geben ist sehr heilsam. Durch viele kleine Schritte lernst du mit der Zeit, dein eigenes Wohlbefinden zu beeinflussen und gesunde Lebensweisen in deinen Alltag zu integrieren und damit für dich selbst zu sorgen. Yoga, Meditation und Atemübungen fördern Resilienz, indem sie mentale Klarheit und Gelassenheit in Stresssituationen stärken.
von Susanne Fleck 24. Januar 2024
Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn diese seit mindestens 3 Monaten ohne erkennbare Ursache bestehen. Bei chronischen Schmerzen kommt es zu einer Veränderung der Schmerzleitung. Zum einen ist die Reizleitung im Rückenmark dauerhaft durchlässig, zum anderen erfüllen reizhemmende Nervenzellen ihre Aufgabe nicht mehr zuverlässig. Durch diese dauerhafte Durchlässigkeit entsteht ein "Schmerzgedächtnis".
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