

Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn diese seit mindestens 3 Monaten ohne erkennbare Ursache bestehen. Bei chronischen Schmerzen kommt es zu einer Veränderung der Schmerzleitung. Zum einen ist die Reizleitung im Rückenmark dauerhaft durchlässig, zum anderen erfüllen reizhemmende Nervenzellen ihre Aufgabe nicht mehr zuverlässig. Durch diese dauerhafte Durchlässigkeit entsteht ein "Schmerzgedächtnis".
Chronische Schmerzen und bestimmte Krankheiten haben oft mehrere Ursachen. Der Psychiater George L. Engel hat dazu das „biopsychosoziale Modell von Gesundheit und Krankheit“ entwickelt. Chronische Schmerzen haben nicht nur eine Ursache, sondern sind eine Störung im Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und Umwelt bedingten Faktoren. Das bedeutet, dass diese drei Faktoren nicht unabhängig voneinander existieren, sondern miteinander verwobene Teile eines Ganzen sind.
Durch das Zusammentreffen mehrerer Ursachen kann es zu einer erhöhten Vulnerabilität kommen. In der Psychologie wird Vulnerabilität als das Gegenteil von Resilienz bezeichnet. Vulnerable Menschen sind emotional besonders verletzlich und entwickeln häufiger chronische Schmerzen und Krankheiten.
Die Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte auf diesem Gebiet zeigen, dass unser Gemütszustand einen entscheidenden Einfluss darauf haben kann, wie wir Schmerzreize verarbeiten und wie stark wir sie wahrnehmen.
Mit bildgebenden Verfahren konnte die Schmerzwahrnehmung sichtbar gemacht werden. Dabei zeigte sich, dass es kein eindeutig lokalisiertes Schmerzzentrum im Gehirn gibt. Vielmehr werden bei Schmerz verschiedene Areale aktiviert, die normalerweise für andere Funktionen zuständig sind. So wurde festgestellt, dass Schmerz auch andere Systeme anspricht, die wiederum den Schmerz beeinflussen können. Dazu gehören zum Beispiel die Körperwahrnehmung, die Entscheidungsfindung, die Erwartungshaltung, die aktuelle Stimmung und die Aufmerksamkeitssteuerung.
Menschen mit chronischen Schmerzen haben eine Überaktivierung des Sympathikus, daher ist es wichtig, das parasympathische Nervensystem durch Entspannung zu aktivieren. Um langfristig einen ausgeglichenen Zustand zu erreichen, ist es ratsam herauszufinden, woher die Alarmbereitschaft des Nervensystems kommt und Traumata und Unverarbeitetes aus der Vergangenheit zu klären. Auf der körperlichen Ebene kann eine mangelnde Fähigkeit zur Selbstregulation zu einem erhöhten Muskeltonus und damit zu Verspannungen und in der Folge zu Muskel- und Gelenkschmerzen führen.
Mein therapeutischer Ansatz ist es, diese Faktoren im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie zu berücksichtigen.
D. H. Bewältigung des aktuellen Problems, Klärung der Vergangenheit, sanfte Körperübungen, Lösen von energetischen Blockaden, Atemtechniken, Entspannung, Meditation, Entwicklung von Selbstfürsorge und Selbstregulation.